Unfallschäden an der Wendelinuskapelle behoben -

Der Odenwaldklub legt wieder einmal Hand an

 

„Mit Hau-Ruck und schwerem Gerät ist das Problem nicht zu lösen“, erklärt Franz Thomas, der sich mit Unterstützung seines Enkels an die Aufgabe herangewagt hat, die schwierigen Korrekturmaßnahmen an den Portalsäulen der Wendelinuskapelle vorzunehmen. Offenbar infolge überhöhter Geschwindigkeit im Kreuzungsbereich Frankfurter Straße - Minnefeld muss ein Fahrzeug auf den Bürgersteig und weiter an die gedrechselten Säulen der über hundert Jahre alten Andachtsstätte geschleudert sein, so dass nicht nur der Sockel um eine Handbreite verrutschte, sondern auch die parallel zueinander darauf errichteten Säulen sichtbar aus dem Lot gerieten. „Seit Februar meldeten sich bei mir fast jede Woche Dieburger Bürger mit einem Hinweis auf den Schaden und dem Wunsch, Abhilfe zu schaffen“, sagt der OWK-Vorsitzende Franz Zoth, der zusammen mit Pfarrer Vogl die entsprechenden Schritte einer nicht nur ordnungsgemäßen, sondern auch fach- und sachgerechten Reparatur in die Wege leitete. Um die schmucken unter Denkmalschutz stehenden aber möglicherweise doch gebrechlichen, weil in die Jahre gekommenen Säulen in horizontaler und vertikaler Richtung wieder zurecht zu rücken, musste ein aufwendiger Korrekturmechanismus entwickelt und zum Einsatz gebracht werden, schließlich sollte weder das ehrwürdige Steinmauerwerk noch die prächtige Holzkonstruktion durch Krafteinwirkung Schaden nehmen. OWK-Mitglied Franz Thomas, der viele Jahre die Montageabteilung der Firma Göbel in Darmstadt leitete, hat sich gedanklich auf die Herausforderung vorbereitet und einen ganzen Kofferraum voller Arbeitsgeräte und Werkzeuge mitgebracht, darunter allerlei Kanthölzer, Umhüllungen, Gewindestangen, Holzkeile und jede Menge Stellschrauben. Mit wuchtigen Schlägen sei die Angelegenheit nicht zu beheben, sie würden mit Sicherheit neue Schäden verursachen. „Schraubenzieher und Schraubenschlüssel ja, aber einen Hammer kann ich hier nicht gebrauchen“, rechtfertigt der Meister i.R. seine Vorgehensweise. „Die Mechanik muss so ausgelegt sein, dass knapp 20 Tonnen mit Gewindeschrauben und einem Schraubschlüssel leicht passgenau bewegt werden konnten“. Das Ergebnis gibt ihm - wie man sehen kann - recht.